Hundekrankheiten weltweit

Planst du einen Urlaub mit deinem Lieblingstier? Neben den Ein- und Ausreisebestimmungen solltest du dich auch immer über mögliche Ansteckungsgefahren an deinem Reiseziel informieren. Unter Umständen hast du zwar die Pflichtimpfungen für einen Grenzübertritt auf dem Schirm, solltest aber auch regionale Impfempfehlungen beherzigen. Teile deinem Tierarzt rechtzeitig deine Urlaubspläne mit und überlegt gemeinsam welchen Schutz dein Lieblingstier braucht. In den kommenden Abschnitten informieren wir dich über typische Hundekrankheiten, vor denen du deine Fellnase bewahren solltest.

Anaplasmose

Die Anaplasmose ist eine von Zecken (vor allem dem Gemeinen Holzbock) übertragene Erkrankung. In den meisten Fällen bleibt eine Infektion symptomlos und daher unentdeckt. Bei einer akuten Infektion schädigt das Virus aber die weißen Blutzellen, was zu massiven Folgeschäden führen kann. Die Canine Anaplasmose wurde in der Vergangenheit vor allem in der Schweiz beobachtet (Sie bekam daher den Beinahmen „Schweizerische Ehrlichiose“).

Neuere Stichproben zeigten aber auch in Deutschland ein relativ häufiges Auftreten der Krankheit. Typische Symptome sind Fieber, punktuelle Blutungen und Nasenbluten. Es können aber auch Apathie und Appetitlosigkeit auftreten. Häufig kommt es zudem zu Erbrechen und Durchfall, sowie zu zentralnervösen Symptomen. Bewegungsunlust bzw. Lahmheit können auf Entzündungen in den Gelenken und damit verbundene Schmerzen zurückgeführt werden. Eine gute Zeckenbekämpfung ist die beste Prophylaxe vor Anaplasmose.

Babesiose

Die Babesiose ist eine lebensgefährliche Erkrankung bei Hunden, bei der die roten Blutkörperchen durch Einzeller befallen und zerstört werden, ähnlich wie bei der Malaria des Menschen. Daher wird die Krankheit auch häufig als „Hundemalaria“ bezeichnet.

Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung des Hundes, die vor allem mit Bewegungsstörungen auf Grund von Gelenkserkrankungen einhergeht.

Dirofilariose

Die Dirofilariose oder auch Herzwurmkrankheit wird durch einen Wurm (Dirofilaria immitis) verursacht, der bis zu 30 cm lang werden kann und die Lungengefäße sowie das Herz eines Hundes besiedelt. Überträger des Parasiten sind weibliche Stechmücken, die den Hund mit dem Wurm in Larvenform infizieren. Als ganz besonders hohe Risikogebiete gelten Südfrankreich und Norditalien. Falls du einen Urlaub in diese Regionen planst, solltest du zuvor mit deinem Tierarzt über geeignete Schutzmaßnahmen sprechen.

Sicherlich freut sich dein Lieblingstier aber auch bereits über einen prophylaktischen Insektenschutz im Vorfeld. Zwischen Infektion und dem Auftreten erster Symptome können bis zu 6 Monate vergehen. Achte bei Verdacht auf folgende Symptome: Funktionsstörungen von Herz und Lunge und damit einhergehende Atemnot, chronischer Husten, Abnahme des Körpergewichts, Leistungsschwäche und Blutarmut. Die Krankheit kann unter Umständen tödlich verlaufen. Zum Beispiel, wenn durch eine Herzschwäche ein Leber- oder Nierenversagen ausgelöst wird. Katzen sind für diese Erkrankung weniger empfänglich als Hunde.

Hundekrankheiten im Urlaub
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Echinokokken

Bei Echinokokken handelt es sich um Bandwürmer, die sich im Dünndarm von Tieren einnisten, die sich vorwiegend von Fleisch ernähren. Die Wurmerkrankung wird in der Regel vom parasitären Hunde- oder Fuchsbandwurm ausgelöst. Während der Hundebandwurm weltweit zu finden ist, kommt der Fuchsbandwurm nur in bestimmten Regionen vor, darunter Mitteleuropa und im speziellen Süddeutschland. Ein Befall verursacht bei den Endwirten (u.a. Fuchs, Hund und Katze) keine oder nur geringe klinische Symptome. Für so genannte Fehl- oder Zwischenwirte kann eine Wurmerkrankung aber hingegen sogar tödlich enden. Achte darauf, dass dein Hund eine regelmäßige Entwurmung erhält. In einigen Ländern bestehen bei Einreise sogar bestimmte Vorschriften bezüglich der Entwurmung deines Lieblingstiers.

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die ohne Therapie zu irreversiblen Organschäden führen kann. Bei einer frühen Diagnose bestehen aber gute Heilungschancen. Die Erkrankung wird durch die braune Hundezecke übertragen und wird auch tropische Canine Panzytopenie oder Zeckenfieber genannt. Die Symptome der Ehrlichiose sind häufig unspezifisch. Nach der Inkubationszeit kämpfen die Tiere in der Akutphase häufig mit schlechtem Allgemeinbefinden, Fieber, Erbrechen, Lymphknotenschwellung und eventuell erhöhter Blutungsneigung. Der beste Schutz gegen Ehrlichiose ist ein prophylaktischer Schutz vor Zecken.

Hepatitis Contagiosa Canis

Ähnlich wie die Staupe ist die Hepatitis eine schwere, tödlich verlaufende Krankheit, die durch ein hochansteckendes Virus hervorgerufen wird.

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose (hepato = Leber) ist eine Erkrankung, von der verschiedene innere Organe betroffen sind.

Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine sehr ernst zu nehmende, in der Regel tödlich verlaufende Krankheit bei Hunden. Sie wird durch die Sandmücke (Phlebotomus perniciosus), oder auch Schmetterlingsmücke genannt, übertragen. Diese dämmerungs- und nachtaktive, 2,5 -3 mm große und stark behaarte Stechmücke ist schwer zu entdecken, da sie nicht summt. Ein einfacher Stich dieser Sandmücken reicht bereits aus, um dein Lieblingstier mit der heimtückischen Krankheit anzustecken. Leishmaniose beobachtet man vor allem in Südeuropa (Spanien, Portugal und Griechenland) und den Tropen (überwiegend in Südamerika und im östlichen Afrika).

Sehr oft wird die Krankheit durch einen Urlaub in diesen Gebieten mit nach Hause gebracht. Zwischen der Infektion durch Stich und den ersten Symptomen können Monate bis Jahre vergehen. Eine wichtige Prophylaxe besteht darin, den Hund vor Insektenstichen zu schützen. Lass dein Lieblingstier, wenn möglich vor allem abends und nachts in geschützten Räumen. Moskitonetze sind besonders nachts wichtig, da die Mücken dann aktiv sind. Darüber hinaus solltest du auch über eine Impfung gegen Leishmaniose nachdenken, vor allem, wenn du einen Urlaub südlich des 45. Breitengrades planst. Sprich mit deinem Tierarzt über Schutzmöglichkeiten.

Leptospirose

Die Leptospirose wird durch Bakterien übertragen. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist eine Impfung, die möglichst viele Erregerstämme abdeckt.

Parvovirose

Bei Parvovirose handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung, die insbesondere bei Welpen tödlich verlaufen kann. Massives Erbrechen und oft blutiger Durchfall sind Hauptsymptome

Staupe

Das Staupevirus ist dem Masernvirus sehr ähnlich und ruft eine schwere, potenziell tödliche Krankheit hervor. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, somit ist die Impfung die einzig wirksame Vorbeugungsmaßnahme.

Tollwut

Die Tollwut gehört zu den am längsten bekannten viralen Infektionskrankheiten und ist sicher auch die gefürchtetste.

Zwingerhusten

Zwingerhusten (Canine infektiöse Tracheobronchitis) ist eine ansteckende Erkrankung der Atemwege, die sich vorrangig dort verbreitet, wo Hunde engen Kontakt zu Artgenossen haben: Hundepensionen, Tierheime, Hundeauslaufzonen, Ausstellungen usw.