Katzenkrankheiten weltweit

Planst du einen Urlaub mit deinem Lieblingstier? Neben den Ein- und Ausreisebestimmungen solltest du dich auch immer über mögliche Ansteckungsgefahren an deinem Reiseziel informieren. Unter Umständen hast du zwar die Pflichtimpfungen für einen Grenzübertritt auf dem Schirm, solltest aber auch regionale Impfempfehlungen beherzigen. Teile deinem Tierarzt rechtzeitig deine Urlaubspläne mit und überlegt gemeinsam, welchen Schutz dein Lieblingstier braucht. In den kommenden Abschnitten informieren wir dich über typische Katzenkrankheiten, vor denen du deinen Schmusetiger bewahren solltest.

FeLV

Eine Infektion mit dem feline Leukämie-Virus (FeLV) äußert sich nicht bei allen Katzen durch klinische Symptome. Vor allem immunstarke Tiere können trotz Viruserkrankung beschwerdefrei bleiben. Trotzdem sind Katzen, die das Virus in sich tragen, für andere Tiere infektiös. Positiv auf die Verbreitung wirkt sich zudem der lange Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung aus. Das heißt im Umkehrschluss, dass jede Begegnung mit Artgenossen ein potentielles Risiko für deinen ungeschützten Liebling darstellt. Das kann vor allem für jungen Katzen und Freigänger gefährlich werden.

Bei einer Ansteckung lassen sich bisher leider lediglich die Symptome abmildern. Ein Heilmittel für das Retrovirus ist noch nicht bekannt. Kommt es zu einem Krankheitsbild, äußern sich die klinischen Symptome durch Mattigkeit, Fieber und Tumorbildung. Entdeckt wurde das FeLV-Virus erstmals in den frühen 1960ern von einem Glasgower Tierarzt. Er erkannte eine Häufung von Lymphknotenschwellungen und Tumoren des Lymphgewebes bei einigen eng zusammenlebenden Katzengruppen. Das Virus wird in der Regel direkt durch den Speichel infizierter Katzen übertragen. Häufig spielt dabei die gegenseitige Fellpflege durch Belecken eine tragische Hauptrolle. Die indirekte Übertragung durch kontaminierte Gegenstände wie Näpfe, Toiletten oder Spielzeug ist eher selten.

Das rührt daher, dass das FeLV bei Zimmertemperatur bereits innerhalb weniger Minuten seine Infektiosität verliert. Unter bestimmten Haltungsbedingungen, wenn zum Beispiel mehrere Katzen zur selben Zeit aus einem Napf ihre Futterration zu sich nehmen, kann aber auch die indirekte Virusübertragung stattfinden. Eine Impfung bei hohem Ansteckungsrisiko (Freigänger, Kontakt zu Katzen mit unbekanntem Status etc.) ist daher auf jeden Fall zu empfehlen. Melde Dich bei Fragen bei deinem Tierarzt, er berät dich gerne.

FIP

Die FIP (feline infektiöse Peritonitis) wird durch Coronaviren ausgelöst, die normalerweise leichte Durchfälle verursachen. Durch eine Mutation im Darm der Katze entwickelt sich aus den vergleichbar harmlosen Viren das gefährliche FIP-Virus und löst schwere Symptome aus. Der Name des Virus leitet sich von der häufig auftretenden Entzündung des Bauchfells (Peritoneum) ab. In einigen Fällen ist aber auch (nur) das Brustfell betroffen. Hier wird die Krankheit selten auch als feline infektiöse Polyserositis bezeichnet. Eine eindeutige Diagnose der FIP ist schwierig und leider ist bisher auch noch keine Heilung möglich. Zu Beginn des Krankheitsverlaufs treten häufig Symptome wie Appetitlosigkeit, Abmagerung und wiederkehrendes Fieber auf.

Hat sich eine ansteckende Bauchfellentzündung manifestiert, verläuft die tragische Infektion bei jeder Katze tödlich. Trotz Weiterentwicklung ist die Impfung gegen das FIP-Virus noch immer umstritten. Lass dich daher eingehend von deinem Tierarzt beraten und entscheidet gemeinsam, ob eine Impfung in Frage kommt.

Katzenkrankheiten im Urlaub
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FIV

Das Feline Immundefizienz-Virus (FIV) löst bei Katzen eine Immunschwächekrankheit aus und wird landläufig auch als Katzen-AIDS bezeichnet. Auch wenn das FIV-Virus der Katze dem AIDS-Virus des Menschen sehr ähnelt, ist eine Mensch-Tier-Übertragung ausgeschlossen. Von Katze zu Katze wird das Virus hauptsächlich durch Bissverletzungen (z.B. bei Revierkämpfen) übertragen. Planst du also, eine neue Katze aufzunehmen, lasse sie vorsichtshalber untersuchen und achte darauf, dass sie keine Aggressionen zeigt.

Hat sich eine Katze infiziert, wird das Abwehrsystem stark geschwächt, so dass zahlreiche Folgeerkrankungen auftreten können. Die meisten Katzen bleiben lebenslang Träger des Virus und zeigen lange Zeit keine Symptome. Nach dieser beschwerdefreien Phase kommt es bei einigen Katzen zu Symptomen, die dem menschlichen AIDS ähnlich sind: Infektionen der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes, der Haut, u.a. Gegen die immer tödlich endende FIV-Infektion steht in Deutschland momentan kein Impfstoff zur Verfügung.

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose (hepato = Leber) ist eine selten diagnostizierte Erkrankung, deren Infektion oftmals symptomlos bleibt. Im Gegensatz zu den meisten anderen von Zecken übertragenen Krankheiten, wird die Hepatozoonose nicht durch einen Biss, sondern durch Zerbeißen oder Verschlucken des Parasiten verbreitet. Erstträger der Infektion sind die in Deutschland wenig bis gar nicht verbreiteten braunen Hundezecken und die Igelzecken. Kam es zu einer Infektion mit klinischen Symptomen, zeigen die sich vor allem durch Fieber, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, blutigem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Lymphknoten-schwellungen, Muskelschmerzen und -schwäche, steifem Gang, Schmerzempfindlichkeit und Nasen- und Augenausfluss.

Je nach Schwere der Erkrankung sind auch Todesfälle in Folge der Organschäden durch den Erreger möglich. Bei der Katze kommt die Hepatozoonose noch seltener vor, als beim Hund. Da die Hepatozoonose aber noch sehr wenig erforscht und Therapien bisher eher experimenteller Art sind, ist dennoch Vorsicht geboten. Vor allem in mediterranen Ländern und Gebieten, in denen sich die braune Hundezecke heimisch fühlt. Eine gute Zeckenbekämpfung ist die beste Prophylaxe gegen Hepatozoonose.

Katzenschnupfen

Katzenschnupfen kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien und Viren hervorgerufen werden. Eine Ansteckung geht leicht: ein kleiner Nieser und die Infektion verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier. Die Krankheit kann schließlich besonders bei ungeimpften Tieren, noch jungen Kätzchen und älteren Tieren sehr schwer verlaufen.

Achte daher auf die Symptome, wie Niesen, Sekret aus Nase und Augen, Fieber, Lethargie und manchmal auch Geschwüre in der Mundhöhle. Vor allem wenn es auf Reisen geht, sollte jede Katze gegen die beiden Hauptviruserreger, das Feline Calicivirus und das Feline Herpesvirus, geimpft sein. Man weiß ja nie, welche Krankheiten anhängliche Artgenossen mit sich tragen

Katzenseuche

Die Katzenseuche, auch bekannt als Panleukopenie oder Feline Parvovirose (FPV) – eng verwandt mit der Parvovirose der Hunde – ist eine höchstansteckende, insbesondere für Jungtiere gefährliche Infektionskrankheit. Symptome sind schweres Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber. Die Krankheit verursacht zunächst eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), was eine Immunschwäche zur Folge hat. In diesem Zustand sind die Lieblinge sämtlichen bakteriellen Erregern schutzlos ausgeliefert. Bei einer FPV-Diagnose kann zwar inzwischen eine Vielzahl von erkrankten Katzen durch eine Intensivtherapie gerettet werden, die Todesrate liegt vor allem bei Jungtieren jedoch nach wie vor bei bis zu 75%.

Bei schlechten Aussichten auf Therapie-Erfolg, sollte sich daher jeder Katzenliebhaber auch Gedanken über die Option des Einschläferns machen. Die Katzenseuche kann in schlimmen Fällen zu qualvollen Schmerzen führen. Impfen hat das Auftreten von Katzenseuche signifikant vermindert, trotzdem kommt es noch zu lokalen Ausbrüchen. Katzen nehmen das Virus z. B. an infizierten Trinknäpfen oder vom Fell von genesenen Artgenossen auf. Da die Katzenseuche weit verbreitet ist, ist nicht nur bei Freigängern oder Reise-Katzen, sondern selbst bei reinen Wohnungskatzen Vorsicht geboten. Die wirksamste Maßnahme gegen die Erkrankung besteht in einer prophylaktischen Impfung, welche erstmals im Alter von acht Wochen durchgeführt wird und nach einem Monat aufgefrischt werden sollte.

Tollwut

Die Tollwut ist die wohl am meisten mystifizierte und zugleich bekannteste Viruserkrankung weltweit. Hunde, Katzen und Menschen stecken sich durch den Biss von bereits infizierten Tieren an. Und auch wenn Impfstoffe der Krankheit etwas den Schrecken genommen haben, so sterben jährlich immer noch weltweit zehntausende Tiere und Menschen an einer Infektion – 99 % davon in Entwicklungsländern in Asien und Afrika. Tollwut, auch Rabies oder Wutkrankheit genannt, gehört länderübergreifend zu den Pflichtimpfungen bei der Ein- und Ausreise.

Grausamer Gedanke, aber wenn dein Tier erst an Tollwut erkrankt ist, darf es nicht mehr behandelt werden. Eine Tötung des Tieres ist vorgeschrieben. Hauptsymptome der Infektion durch das Rabiesvirus: starkes Speicheln, „heiseres“ Bellen, stupider Blick, ungewöhnliche Anhänglichkeit von ansonsten scheuen Tieren.