Was passiert bei einer Impfung?

Geschichte

Die „Erfindung“ der Impfung kann nicht genau datiert werden – Historiker gehen davon aus, dass in China bereits 200 v. Chr. erste Versuche einer Immunisierung durch gezielte Infizierungen durchgeführt wurden. In Nordamerika brachte die Pockenepidemie im 18 Jhdt. die Wendung. Es wurde beobachtet, dass Menschen, die die Krankheit – oder die harmlosere Variante der Kuhpocken – überstanden hatten, sich kein weiteres Mal ansteckten. Ende des 18. Jahrhunderts testete Edward Jenner seinen Impfstoff Vaccine (von lat. „vacca“ die Kuh), welchen er mit den Kuhpocken erkrankten Rindern entnahm, an Menschen und ebnete dadurch den Weg zur künstlichen Immunisierung. Seither spricht man bei der Impfung auch von Vaccination bzw. Vakzination.

 

Was passiert bei einer Impfung?

Etwas vereinfacht gesprochen, ist eine Impfung eine bewusste Ansteckung mit einer Kleinstdosis lebender oder toter Erreger, um nach einem ungefährlichen Miniausbruch der Krankheit immun gegen einen erneuten Erregerangriff zu sein. Kurzum eine „künstliche“ Immunisierung. Die „natürliche“ Immunisierung übernimmt der Körper nach einer überstandenen Krankheit in Eigenregie. Oder er erhält sie zu Beginn des Lebenszyklus durch die mütterlichen Antikörper (maternale Antikörper).

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Bei der Impfung unterscheidet man drei verschiedene Verabreichungsmethoden: in die Muskulatur (i.m.), unter die Haut (s.c.) oder auf Schleimhautoberflächen. Neugeborene Welpen sind in den ersten Tagen und Wochen durch die Aufnahme der Antikörper der Muttermilch geschützt. Man spricht hier auch von einer passiven Immunität. Wer sich einen besonders hohen Schutz vor Krankheitserregern im Frühstadium seiner Welpen wünscht, sollte also die Mutter vor oder während der Trächtigkeit noch einmal impfen. Eine Impfung schützt nicht nur das eigene Tier: Manche Impfstoffe bewirken auch, dass die Erregerausscheidung minimiert wird – damit verringert sich die Ausbreitung der Krankheit.

Pflicht- und Wahlimpfstoffe

Bei mehreren Tieren ist das Ansteckungsrisiko höher
Bei einer Ansammlung mehrerer Tiere herrscht erhöhte Ansteckungsgefahr

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet.) spricht in regelmäßigen Abständen Impfempfehlungen aus. Leitmotiv ist: Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier so häufig wie nötig! Impfungen sind unverzichtbare prophylaktische Maßnahmen, deren Bedeutung angesichts der zunehmenden Mobilität von Herrchen und Frauchen und ihrer Lieblingstiere, sowie dem zunehmenden Reisetourismus, an Bedeutung gewinnen. Sie sind oft der einzig wirksame Schutz gegen Infektionskrankheiten. Um die Wichtigkeit zu priorisieren unterscheidet man zwischen so genannten Pflicht- bzw. Core Impfstoffen (Core-Vakzinen) und Wahl- bzw. Non-Core Impfstoffen (Non-Core-Vakzinen). Während die Pflichtimpfungen als absolutes „Muss“ zu verstehen sind, damit sich hochansteckende und lebensbedrohliche Erreger nicht ausbreiten (rein juristisch gesehen besteht keine Verpflichtung), richten sich Wahlimpfungen nach der jeweiligen Notwendigkeit (Konstitution des Hundes, Haltung, Ansteckungsgefahr und Umfeld). Um stets auf dem Laufenden zu bleiben, solltest du die jährlich empfohlenen Gesundheitschecks mit Impfberatung in der Tierarztpraxis wahrnehmen.