Umgang mit Kaninchen

Mit ihren großen Knopfaugen, den langen Ohren und dem weichen Fell sehen sie richtig putzig aus – kein Wunder also, dass das Haustier Kaninchen bei Kindern und Erwachsenen so beliebt ist. Aber Vorsicht, wenn du noch ungeübt bist, kannst du im Umgang mit den flauschigen Tierchen einiges falsch machen. Kaninchen sind so genannte Fluchttiere und suchen bei Gefahr blitzartig ein Versteck. Sie sind ständig auf der Hut vor Feinden und keine reinen Kuscheltiere. Achte also darauf, dass du sie nicht bedrängst.

Es kann ihnen durchaus unangenehm sein, wenn du sie auf den Arm nimmst oder festhältst. Auf dem Boden hingegen sind sie meist sehr verschmust und wollen sogar gestreichelt werden. Gib ihnen Zeit, Vertrauen aufzubauen und sich an die riesigen Menschen zu gewöhnen. Dann ist es später auch möglich, sie hochzuheben, um sie z. B. in eine Transportbox zu setzen, die Krallen zu schneiden oder ein Medikament zu verabreichen. Wenn du dein Lieblingstier hochnehmen willst, solltest du darauf achten, dass du mit deiner Hand den Brustkorb des Kaninchens von unten umfasst und mit der anderen Hand das Hinterteil und die Hinterläufe unterstützt.

Das Packen am Nackenfell oder den Ohren bedeutet für die Tiere großen Stress und kann zu heftigen Abwehrbewegungen mit den Hinterläufen führen. Das kann schmerzhaft für dich, aber vor allem auch für dein Kaninchen werden. Durch die Abwehrbewegungen kann sich dein Liebling schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zufügen. Des Weiteren kann sich das Kaninchen beim Strecken der Hinterläufe auch an Kanten und Ecken anschlagen.

Sorge für ein angemessen großes Kaninchengehege
Kastrierte Kaninchen brauchen viel Bewegung

Kastration

Im Umgang mit Kaninchen kommt schnell das Thema Kastration zur Sprache. Da die kleinen Wonneproppen ziemlich frühreif sind, stellt sich die Frage für oder wider oft gar nicht. Aber nicht nur der ungewollte Nachwuchs spielt bei der Entscheidung eine Rolle. Beim männlichen Tier werden so Rangordnungskämpfe vermieden. Achtung, auch Rammler, die als Jungtiere gemeinsam aufgewachsen sind, können sich später ihre Position untereinander erstreiten. Diese Rangkämpfe sind nicht ganz ungefährlich und können zu erheblichen Verletzungen bei den Lieblingen führen.

Es empfiehlt sich daher, eine Frühkastration im Alter von acht bis zehn Wochen durchführen zu lassen, bevor sich die entsprechenden Verhaltensweisen entwickeln. Beim weiblichen Tier kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Durch die Kastration können verschiedene Erkrankungen verhindert werden, die auf Grund hormoneller Störungen entstehen und die von den Eierstöcken ausgehen. Hierzu gehören Tumore des Uterus, die bei über 80 Prozent der unkastrierten Kaninchendamen einiger Rassen im Alter von mehr als vier Jahren auftreten können.

Eine Kastration verhindert einen Großteil dieser Erkrankungen, sowie auch mit den hormonellen Störungen verbundener Verhaltensauffälligkeiten. Achte nur darauf, dass dein Kaninchen im fortschreitenden Alter nicht übergewichtig wird. Das ist eine typische Folgeerscheinung bei kastrierten Tieren. Mit ausgewogenem und angemessenem Futter, sowie genügend Bewegung, kannst du dem leicht entgegenwirken.