Tom und Struppi

fiktive Heldengeschichte

Jeder Tom braucht einen Struppi

Hallo, mein Name ist Thomas kurz Tom und – wie könnte es anders sein – mein ständiger Begleiter auf vier Pfoten heißt Struppi. Struppi ist inzwischen ein alter Hundesenior und schon seit seinen Kindheitstagen mein bester Freund. Der agile Herr kann zwar oft nicht mehr so wie er will, aber er freut sich immer noch über jedes gemeinsame Abenteuer. Auch die erst dreijährige Cleo scheint sein Alter nicht zu stören. Cleo ist eine adrette junge Hundedame, die wir im Hundepark kennengelernt haben. Ihr Herrchen Henning ist in meinem Alter und hat ähnliche Hobbys, sodass auch wir uns prima verstehen. Jeden Dienstag und Samstag trifft sich also die „Gassi-Gang“ auf dem Roten Berg an der Bonhoefferstraße in Erfurt.

Wo ist Cleo?

Etwa vor einem Monat hatten Struppi und Cleo wieder ihr Date auf der Hundewiese, sodass wir uns bepackt mit Leckerlis und Wasserflasche auf den Weg machten. Die Sonne schien und dementsprechend freuten wir uns auf die gesellige Runde an der frischen Luft. Doch vor Ort waren weit und breit keine Cleo und kein Henning zu sehen. Struppi ließ sich den Spaß nicht nehmen und tobte ausgelassen über die Hundewiese. Erst nach etwa einer halben Stunde machte ich mir dann doch Sorgen und schrieb Henning eine WhatsApp-Nachricht. “Wir sind auf dem Parkplatz“ gab er kurz angebunden zu verstehen.

Da er nichts weiter anmerkte und ich wusste, wo Henning seinen Wagen abstellte, schnappte ich mir Struppi, um nach den beiden zu sehen. Als das Auto in Sichtweite kam, sah ich, dass der Kofferraum offen stand und Henning aufgeregt mit dem Handy am Ohr hin und her lief. „Cleo geht es nicht gut“ rief er mir entgegen, als er mich und Struppi näherkommen sah. Als er sein Telefongespräch beendet hatte, wandte er sich an mich und erzählte mir, dass die Hündin Blut im Urin gehabt habe und scheinbar mit Fieber kämpfte. Er habe gerade einen Termin beim Tiernotdienst angefragt und werde sich gleich mit der im Auto kauernden Cleo zum Tierarzt begeben. Ich konnte gerade noch „Toi, toi, toi“ hinterherrufen, als Henning auch schon eingestiegen war, die Tür schloss und aus der Parklücke fuhr. „Arme Kleine“ dachte ich mir und drückte meinen alten Struppi ganz fest an mich.

Beim Tierarzt

Nach der Hiobsbotschaft, Cleo habe Babesiose, bin auch ich nervös geworden. Panisch schoss mir durch den Kopf, dass Struppi so eine Krankheit wohl in seinem Alter nicht mehr überleben würde. Kurz nachdem mich Henning informiert hatte, machte ich also einen Termin bei unserem Tierarzt. Er erklärte, dass sich Cleo wahrscheinlich mit Babesiose (auch Hundemalaria genannt) über eine Auwaldzecke infiziert habe. Ich war schockiert! Klar hatte ich schon von Zecken in Städten gehört und auch, dass sich die Biester ständig weiter ausbreiten. Aber Auwaldzecken in Erfurt und Umgebung hatte ich nicht vermutet. Unser Tierarzt untersuchte Struppi noch gründlich und tastete ihn gleich nach möglichen Zecken ab. Für seinen Schutz sorge ich jetzt ausgiebig und vertraue nicht nur mehr auf pures Glück. Struppi soll noch 100 Jahre alt werden und darüber hinaus.

Zecken übertragen Krankheiten

Hierzu gehören auch die so genannten Zoonoseerreger, die auch auf den Menschen übertragen werden können.

Krankenbesuch

Ich habe keine Paranoia vor Zecken entwickelt, aber wer einen an Babesiose erkrankten Hund gesehen hat, der tut alles, damit das eigene Tier verschont bleibt. Vor ihrer Erkrankung waren wir noch nie bei Cleo und Henning zu Hause. Der erste Besuch hatte also keinen schönen Anlass. Als ich mit dem geknickten Henning über den Flur lief und um die Ecke sah, dachte ich zunächst, da läge ein anderer Hund im Körbchen. Cleo hatte wahnsinnig abgenommen und sie machte einen enorm geschwächten Eindruck. Die Szene erhielt einen noch herzzerreißenderen Charakter, als sich Struppi neben Cleo legte und leise zu winseln anfing. Henning hatte aber auch Positives zu berichten.

Cleos Zustand hatte sich bereits gebessert – kaum vorstellbar, dass die Hündin schon wieder am Zunehmen war. Sie bekommt immer noch Medikamente und Spezialfutter, um sich schnellstmöglich wieder aufzupäppeln. Henning und der Tierarzt sind optimistisch, dass Cleo bald über den Berg ist und wieder zu ihrer alten Kraft zurückfindet. Wir haben beschlossen, dass Struppi sie mental dabei unterstützen soll. Einmal in der Woche steht nun also ein Zwischenstopp bei Henning an. Mich stört der Umweg nicht und Struppi freut sich, Cleo zu besuchen und einen neuen Stadtteil von Erfurt erkunden zu dürfen.

Zeckenarten breiten sich aus.

Die Auwaldzecke (Dermacentor Reticulatus) erkennt man an ihrem marmorierten Rückenschild. Früher erstreckte sich ihr Lebensraum hauptsächlich über feuchtere Gebiete, wie Auwälder – daher auch ihr Name.