Staupe

Die Staupe ist eine Viruserkrankung beim Hund - Mehr zu Ursachen, Symptome und Behandlung der Krankheit

Bevor wir unsere Lieblingstiere durch Impfung gegen Infektionskrankheiten schützen konnten, brachte eine Virusinfektion mit dem Namen Staupe (canine distemper) viel Leid über fürsorgliche Hundebesitzer. Die gnadenlose Krankheit kann zu einer Entzündung der Lunge, des Darmes, des Gehirns und infolge dessen häufig zum Tod der vierbeinigen Freunde führen. Doch auch nach überstandener Erkrankung kämpfen Hunde oft mit Spätfolgen. Beim sogenannten Staupe-Tick treten Krampfanfälle auf, die unter Umständen die Stärke von Epilepsien annehmen.

Auch heute kann ungenügender Impfschutz oder mangelhafter Immunisierungsgrad zu einem Ausbruch der Staupe führen. Seit den 80er Jahren sind in Deutschland wieder vermehrt Staupefälle aufgetreten. Als Ursachen werden eine gewisse Impfmüdigkeit der Besitzer als auch ein zunehmender Import von Hunden aus dem Ausland ohne ausreichenden Impfschutz vermutet. Die Krankheit kann durch Artgenossen, aber auch durch Wildtiere übertragen werden. In Deutschland breitet sich der Virus vermehrt unter Füchsen aus. Generell sind Tiere jeden Alters gefährdet. Besonders häufig erkranken jedoch noch junge, ungeimpfte Hunde im Alter von drei bis sechs Monaten und Jagdhunde, die sich bei Wildtieren anstecken.

Staupe ist eine aggressive Viruserkrankung
Staupe verbreitet sich vor allem durch den direkten Kontakt

Wie kann sich dein Hund mit Staupe anstecken?

Die kleinen Racker lieben das Toben mit Artgenossen. Das wollen wir unseren Lieblingstieren natürlich nicht verbieten. Darum ist die Impfung gegen die Virusinfektion Staupe so wichtig. Die Infektion verbreitet sich vor allem durch den direkten Kontakt. Die sogenannte Tröpfcheninfektion erfolgt über Sekrete und Exkrete infizierter Hunde oder bereits vor der Geburt durch die Mutter. Eine indirekte Erregerübertragung durch Hände, Kleidung, Futternäpfe und ähnlichem kann zwar nicht ausgeschlossen werden, gilt aber im Allgemeinen als unwahrscheinlich, da das Staupe-Virus in der Umgebung nicht besonders widerstandsfähig ist.

Wie sieht das Krankheitsbild bei Staupe aus?

Die aggressive Virusinfektion kann auf drei Arten verlaufen. Man spricht hier von akut, subakut oder chronisch. Breitet sich die Infektion aus, steigt die Körpertemperatur der Vierbeiner zunächst für ein bis zwei Tage auf bis zu 40°C an. Zudem kann der Hund an Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und Augen- und Nasenausfluss leiden. Sobald sich das Fieber senkt, greift der Virus die Organe des erkrankten Tieres an. Der weitere Verlauf der Erkrankung, die Organbesiedlung und eventuelle nachträgliche Infektionen mit Bakterien (bakterielle Sekundärinfektionen), hängen in erster Linie von der individuellen Immunabwehr des Tieres ab.

Wir unterscheiden fünf Krankheitsverläufe:

  • Schleimhautform – Erkrankung der Atemwege
  • Hautform
  • Magen-Darm-Form – Erkrankung des Magendarmtraktes
  • ZNS-Form – nervöse Form der Staupe
  • Hartballenform – hard pad disease

Bakterielle Sekundärinfektionen verschlimmern das Krankheitsbild

Das Staupevirus schwächt das Immunsystem der Hunde. Dieses sogenannte Immundefizit begünstigt die Ausbreitung weiterer Erreger und Krankheiten. Der bereits geschwächte Körper unserer Lieblinge muss sich also mit noch mehr Angriffen auf seine Gesundheit herumschlagen. Verliert der Hund den Kampf gegen weitere Erreger, belasten überwiegend Atemwegsprobleme die Tiere (Schleimhautform). Die Folgen sind eitriger Augen- und Nasenausfluss, Husten, Niesen, Bronchitis und Lungenentzündung. Man spricht hier von bakteriellen Sekundärinfektionen.

Neben den Atemwegen können Sekundär-Erreger auch den Verdauungstrakt angreifen (Magen-Darm-Form), was sich schließlich durch Durchfall und Erbrechen zeigt. Alle Symptome führen unter Umständen zu starkem Flüssigkeitsverlust und Störungen des zentralen Nervensystems (ZNS-Form, nervöse Staupe) mit Krämpfen, Bewusstseinsstörungen, gesteigerter Aggressivität, rhythmischen Muskelkrämpfen und in schlimmen Fällen zu Lähmungen. Eventuell hast du schon einmal vom Staupegebiss gehört? Diese Fehlstellung der Zähne tritt bei der Hautform infolge von Sekundärinfektionen bei jungen Hunden auf.

Ist der Zahnwechsel noch nicht abgeschlossen, greifen die Erreger die Zellen an, die den Zahnschmelz der Welpen bilden und das führt bei den ausgewachsenen Tieren zu Fehlstellungen und Verfärbungen. Bei der Ansteckung eines Hundes kann die Hautform zudem zu Bläschen und Pusteln an den Innenflächen der Schenkel und der Ohren und starken Hautrötung führen. Ein eher selten auftretendes Krankheitsbild ist die Hartballenform (Hard pad disease). Leider führt diese Form in Verbindung mit nervösen Symptomen meist zum Tod. Bei der Hartballenform bildet sich eine Hyperkeratose des Nasenspiegels und der Zehenballen. Die Hyperkeratose ist eine übermäßige Hornhautbildung, die zu Furchen und Rissen führt.

Achtung! Das Staupevirus kann im Nervengewebe, Haut und Augen fortbestehen und noch Jahre später Symptome hervorrufen.

Impfung gegen Staupe ist wichtig (Core-Impfung)

Du solltest dein Lieblingstier bereits im Alter von 8 Lebenswochen gegen Staupe impfen lassen und immer gut beobachten. Sobald du Symptome der Staupe erkennst, oder dir nicht sicher bist, warum sich dein Hund ungewöhnlich verhält, solltest du mit deinem Hund zum Tierarzt. Hier kannst du dich auch weiterführend über Hundekrankheiten und das Impfen beraten lassen.