Spazieren gehen mit der Katze

Ein Hund, der zusammen mit seinem Herrchen oder Frauchen Gassi geht? Das ist ein ganz normales und alltägliches Szenario. Aber wenn plötzlich ein kleiner Schmusetiger an der Leine aufkreuzt, ziehen er und vor allem sein Besitzer mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr viele irritierte Blicke auf sich. Zu Unrecht! Denn es gibt viele Gründe die dafür sprechen, mit deiner geliebten Fellnase zusammen die Natur zu erkunden. Falls ihr es selbst einmal ausprobieren wollt, verraten wir euch im Folgenden hilfreiche Tipps und Tricks. In unserem Artikel Freigänger findest du relevante Informationen über die Auswirkungen der freilaufenden Katzen in der lokalen Kleinfauna.

Voraussetzungen

Wie beim Menschen sind auch bei Katzen die unterschiedlichsten Gemüter und Vorlieben vertreten. Die einen sind, genau wie ihre Herrchen oder Frauchen, absolute Stubenhocker. Sie setzen nur in den seltensten Fällen einen Fuß vor die Tür. Wohnungskatzen haben unter normalen Umständen sowieso wenige Möglichkeiten, sich in die freie Natur zu begeben. Deshalb klingt es besonders verlockend, ihnen etwas Gutes zu tun und ab und zu mit ihnen an die frische Luft zu gehen. Doch auch das andere Extrem ist sehr häufig zu finden: freiheitsliebende Samtpfoten, die gar nicht genug Action, Spaß und Spannung außerhalb der eigenen vier Wände haben können. Solche kleine Rabauken sind oftmals so energiegeladen und eigenwillig, dass es wohl eher keine gute Idee wäre, sie an der Leine zu führen.

Falls du dir nicht sicher bist, ob sich dein Schmusetiger über eine gemeinsame Erkundungstour durch die Nachbarschaft oder den nahegelegenen Wald freuen würde, solltest du dir zuerst folgende Fragen stellen:

  • Ist meine Katze bei lauten Geräuschen schnell verängstigt?
  • Reagiert meine Katze verängstigt gegenüber fremden Menschen?
  • Weigert sich meine Katze, sich ein Halsband umlegen zu lassen?
  • Ist meine Katze, in für sie neuen Situationen, unruhig und gestresst?
  • Hat meine Katze Allergien und/oder Krankheiten, die nach einem Spaziergang schlimmer werden könnten?

Wenn du eine oder sogar mehrere Fragen mit einem klaren „Ja“ beantworten kannst, solltest du deiner Katze einen Spaziergang an der Leine wohl lieber ersparen. Falls du die Fragen jedoch alle verneinen kannst, steht eurem kleinen gemeinsamen Abenteuer nicht mehr viel im Weg.

Angeleinte Katze sitzt im Gras
Viele Katzen lieben es, mit ihrem Besitzer spazieren zu gehen

Vorbereitung

Du hast dich also entschieden, mit deinem Lieblingstier auf große (oder vielleicht zuerst einmal kleine) Entdeckungstour zu gehen? Wir empfehlen unbedingt, euch umfassend darauf vorzubereiten. Eine gute Idee ist, sich zuerst einmal Gedanken über das passende Katzengeschirr zu machen. Da es Geschirre in unterschiedlichen Größen gibt, empfehlen wir dir, deine Katze vor einem Kauf auf jeden Fall genau abzumessen. Wichtig sind hier sowohl der Hals-, als auch der Bauchumfang.

Der nächste Schritt ist nun, deinen Liebling innerhalb der eigenen vier Wände langsam an die neue Ausrüstung zu gewöhnen. Bei besonders schreckhaften Katzen ist es ratsam, das neue Utensil langsam und ohne Hektik zu präsentieren und beschnuppern zu lassen. Wenn du nun versuchst, das Geschirr behutsam anzulegen und auf eine negative Gegenreaktion stößt, solltest du definitiv einen oder mehrere Tage warten, um es dann erneut zu versuchen. Wenn sich dein Schmusetiger mit dem Geschirr arrangiert hat, kannst du auch mit Leckerlis arbeiten. Beim Anlegen solltest du unbedingt darauf achten, dass das Geschirr perfekt sitzt: nicht so locker, dass deine Samtpfote herausschlüpfen kann, aber auch nicht zu eng, um eine versehentliche Strangulation zu vermeiden.

Katze an der Leine

Hat sich deine Samtpfote an das Tragen des Geschirrs gewöhnt, ist es an der Zeit für den ersten Ausflug nach draußen. Idealerweise wählst du hier einen Tag, an dem es weder gewittert, noch viel zu heiß oder kalt ist. Bleibt anfangs am besten immer in unmittelbarer Nähe deines Zuhauses. So stellst du sicher, dass ihr wieder in die gewohnte Umgebung kommt. Das ist wichtig, falls dein vierbeiniger Freund wegen den vielen neuen Sinneseindrücken überfordert ist. Das passiert nicht selten, vor allem, wenn er bis jetzt die meiste Zeit im Inneren verbracht hat.

Wenn sich deine Fellnase mit der neuen und aufregenden Situation vertraut gemacht hat wirst du merken, dass sich der Spaziergang stark vom Gassigehen mit einem Hund unterscheidet. Katzen haben ein ganz anderes Bewegungsmuster. Während Hunde meist eine fortwährend gleiche Geschwindigkeit an den Tag legen, sind Katzen in dieser Hinsicht viel spontaner. Oft laufen sie von Versteck zu Versteck, klettern auf kleine erhöhte Punkte und beobachten ihre Umgebung genau. Versuche nicht, deinem Schmusetiger deinen Bewegungsrhythmus aufzudrängen.

Ob das gemeinsame Spazieren gehen etwas für deine Fellnase ist, und im besten Fall ihr Leben positiv bereichert, hängt vor allem von den charakterlichen Zügen ab. Viele Katzen sind schlichtweg zufrieden mit ihrem entspannten Leben in den eigenen vier Wänden. Im Regelfall wirst du schnell an der Reaktion während und nach dem ersten Ausflug wissen, was das Beste für deinen kleinen vierbeinigen Freund ist.