Sind Katzen kitzelig?

Wer Katzen liebt hat meist auch einen Narren an ihren süßen kleinen Pfötchen gefressen. Es versteht sich also von selbst, dass jeder Katzenhalter mindestens einmal die Katzenpfote des ruhig vor sich hin schlummernden Stubentigers in die Hand genommen hat und über das niedliche Tätzchen gestreichelt hat. Meist zieht der sonst so friedliche Hausbewohner seine Pfote dann ruckartig zurück oder lässt die Berührungen schlaftrunken über sich ergehen. Unter Umständen gibt er dem Zweibeiner aber auch ordentlich eine mit. Die naheliegendste Erklärung wäre nun sicherlich, dass die Samtpfote genauso kitzelig ist, wie wir Menschen. Und da es auch hier Unterschiede in der Empfindsamkeit gibt, haben auch unsere Hauskatzen mal mehr oder weniger ein Problem mit dem Pfotenkraulen. Aber stimmt das? Sind Katzen kitzelig?

Die Kitzelvarianten

Schon einmal etwas von Knismesis und Gargalesis gehört? Wenn sich zum Beispiel Kinder gegenseitig kitzeln und kichernd am Boden liegen, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um Gargalesis. Dabei werden bestimmte empfindliche Körperpartien durch Druck stimuliert und ein Reflex beim Kitzelopfer verursacht. Für besonders empfindliche Menschen ist das häufig ganz und gar nicht zum Lachen, denn eine Kitzelattacke kann durchaus auch schmerzhaft sein. Im Fall von Knismesis handelt es sich um eine sanftere Form des Kitzelns. Wenn zum Beispiel eine Ameise unseren Arm entlang krabbelt. Diese Form des Kitzelns kann als angenehm oder irritierend empfunden werden. Im Fall des Insekts ist eine schnelle Reaktion sinnvoll, damit wir den Störenfried baldmöglichst von uns entfernen können.

Bis ins Mittelalter sind auch Methoden des Kitzelns als Foltervarianten überliefert. Die berühmte Feder an den Fußsohlen kann auf Dauer einen ziemlich faden Beigeschmack erlangen.

Sind Katzen kitzelig?
Ist dein Stubentiger kitzelig?

Wissenschaftler haben unterschiedliche Theorien zum Kitzeln. Einige gehen bei Gargalesis von einem Sozialverhalten aus. Grund dafür ist die im Tierreich wenig verbreitete Reaktion auf eine Kitzelattacke, wie wir sie kennen. Lediglich bei Schimpansen und bei Ratten konnte beobachtet werden, dass Artgenossen in dieser Form geneckt wurden. Eine andere Theorie besagt, dass es sich bei der Reaktion auf freundschaftliches Kitzeln um eine Erleichterung handelt. Das klingt äußerst seltsam, macht aber durchaus Sinn. Bei einem Kniff in die Seite erschrecken wir uns zunächst fürchterlich und der Körper geht in Abwehrhaltung. Merken wir dann, dass das Kneifen von keinem feindlichen Angriff rührt, ist die Erleichterung groß und wir reagieren überschwänglich heiter. Und wie steht es nun mit Berührungen der Fellnase an der Katzenpfote?

Dein Stubentiger ist vermutlich nicht in dem Sinne kitzlig, wie wir das verstehen. Vermutlich ist es eher unangenehm, weil er deine wohlwollende Geste mit einem nervigen Insekt oder einem spitzen Gegenstand auf dem Weg gleichsetzt. Auch wenn es sehr verlockend erscheint: lieber die Katze nicht kitzeln!

Empfindliche Katzenpfoten

Schaut man genauer hin, haben deine Fußsohlen und die Katzenpfoten deines Lieblingstiers doch einiges gemeinsam. Die Fußsohlen bzw. Ballen der Katze sind wichtige Tastinstrumente für den Körper. Die Reize die davon ausgehen sind essenziell und ermöglichen ein besonderes Wahrnehmen der Umwelt. Wärme, Untergrundbeschaffenheit, Vibrationen, all das sind wichtige Informationen, die von den Sohlen an das Gehirn weitergegeben werden. Doch dein Lieblingstier ist ein wahres Tastgenie. Nicht umsonst spricht man aufgrund ihres außergewöhnlichen Tastsinns bei Katzen auch von ihrem siebten Sinn. Dein Schmusetiger kann lange vor dir ein sich näherndes Erdbeben wittern. Viel wichtiger für ihn ist aber, dass er die wuselnden Vierbeiner unter der Erde wahrnehmen kann. Neben all seinen anderen Sinnen, spielt der Tastsinn eine wichtige Rolle bei der Jagd.