Mythos oder
Wahrheit?

Zecken, Flöhe, Würmer & Co – Wenn das Fell juckt und das Wohlbefinden unserer Schützlinge bedroht ist, sind wir gefragt. Lästige Parasiten sind nicht nur unangenehm, sondern übertragen auch häufig ernsthafte Krankheiten. Sorge durch Vorbeugung und Früherkennung für einen lückenlosen Schutz für dich und dein Lieblingstier.

Es heißt seit jeher: Frühlingszeit ist Parasitenzeit. Also warum sich schon im Winter sorgen?

Ganzjähriger Schutz

Bei Tierhaltern markiert stets ein Kreuz im Kalender den Beginn der neuen Blutsauger- und Wurm-Saison. Dieses sagt: „Ab zum Tierarzt und den kleinen Schmuser schützen“. Komplett irrational ist diese Haltung nicht, denn Zecken haben beispielsweise im Frühjahr und Herbst im Freien Hochsaison. Doch die Zeiten haben sich gewandelt und der milde Winter in Europa sorgt für ein längeres Durchhaltevermögen vieler Parasiten - auch im Freien.

Um beim Beispiel Zecken zu bleiben: Die biestigen Schmarotzer ziehen sich in feuchtwarme Verstecke zurück z.B. unter Laub und können so gut und gerne auch Temperaturen bis zu - 15°C überleben. Ist es etwas wärmer – etwa ab 7°C – sind sie auch schon wieder aktiv und mit vollem Elan auf der „Jagd“ nach einem neuen Wirtstier.
Aber nicht nur das Klima spielt bei der Winterfestigkeit eine Rolle.

Der Mythos vom parasitenfreien Winter ist auch durch die Zeit vor der Industrialisierung begründet. Als die meisten Häuser noch mit Holz beheizt wurden, kuschelten sich die Bewohner zur kalten Jahreszeit eng um den Kamin oder den Holzofen in der Waschküche. Da nur einzelne Wohnräume beheizt wurden und das nicht ständig, fühlten sich Ektoparasiten nicht überall willkommen. Die dauerhaft beheizten Wohnräume der Neuzeit laden Schmarotzer hingegen geradezu ein, sich bei uns einzumummeln. Im Gegensatz zu Zecken sind Flöhe das ganze Jahr über aktiv und bevorzugen wie ihre parasitären Kollegen eine hohe Luftfeuchtigkeit, die sie unter anderem in Kellern und Scheunen vorfinden.

Über die hüpfenden Plagegeister Flöhe kursieren viele Gerüchte. Eines der meist verbreiteten ist sicherlich, dass „ein Floh kein Grund zur Sorge sei“.

Unterschätzter Nachwuchs

Über 95 Prozent der Floh-Population befinden sich als Eier, Larven und Puppen verteilt in der Umgebung, im Garten oder im Wohnraum. Die Floheier sind etwa 0,5 Millimeter groß und fallen aus dem Fell der Samtpfote auf den Boden und gelangen somit ins Katzenkörbchen, aufs Sofa und den Teppich. Die Weibchen beginnen 24 Stunden nach der ersten Blutaufnahme mit der Eiablage und legen etwa 30 Eier pro Tag. Diese Höchstleistung sorgt für eine große Nachkommenschaft und aus einem Floh werden so schon bald 1, 30, 900, 3.000,

… Auf und um die Mieze fängt es somit sehr rasch an zu kribbeln, krabbeln und springen.

Städter aufgepasst! Die Zeiten in denen Stadt- und Dorfbewohner arglos durch Parks und Gärten streifen konnten sind passé.

LANDFLUCHT DER PARASITEN

Eine Studie der Universität Hohenheim aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass Zecken fast ganzjährig vorkommen und sich in die Stadtgebiete vorgewagt haben. Bisher stammen die Erkenntnisse nur aus dem Großraum Stuttgart, doch die Forscher sind sich sicher, dass sich die Ergebnisse auch auf andere Städte übertragen lassen.

Die Studie konnte zeigen, dass in rund 60 Prozent aller Gärten Zecken vorkommen. Doch keine Sorge, mit dem richtigen Schutz ist das Picknicken im Stadtpark auch zukünftig gefahrlos. Natürlich sind unsere Haustiere ebenso von der Ausbreitung der Parasiten in die dichter besiedelten Städte betroffen. Achte darauf, dass du dich von deinem Tierarzt beraten lässt und deinem Lieblingstier den besten Schutz bietest.

Die Überlebenskünstler Zecken sind weltweit vertreten und viele tragen Krankheitserreger mit im Gepäck.

GESCHÜTZT DURCH PRÄVENTION

Das Dumme ist nur: Man sieht ihnen die blinden Passagiere nicht an. Während man vor etwa 40 Jahren noch relativ sorglos mit der Thematik umgegangen ist, weiß man heute, dass die Anzahl der infizierten Zecken stetig steigt und eine Übertragung von Krankheiten durch die Zecke vor allem in den Risikogebieten nicht mehr als Ausnahme gilt. Der Mythos, dass ein vorbeugender Zeckenschutz nicht notwendig ist, gehört zum alten Eisen und ist überholt. Zu den verheerendsten durch Zecken übertragenen Krankheiten zählt die Babesiose.

Obwohl die Verbreitung zwar durch den stetig wachsenden Reisetourismus begünstigt wird, gehören Zecken mit Babesien an Bord (Babesien sind intrazelluläre Parasiten, die durch den Zeckenbiss von der Zecke in den Blutkreislauf des Wirtes gelangen) längst zur heimischen Fauna. Ist ein Tier infiziert, ähnelt der Krankheitsverlauf der Malaria des Menschen. Sie wird im Volksmund daher auch Hundemalaria genannt.

Katzen sind seltener von Zecken übertragenen Erkrankungen betroffen als Hunde. Das heißt aber nicht, dass sie gar nicht erkranken können. Flöhe werden hingegen geradezu magisch von Katzen angezogen. Die Blutsauger sind unter anderem dafür bekannt, dass sie Katzen mit dem Erreger Bartonella henselae infizieren.

Während Katzen selbst symptomlos bleiben, können unsere Lieblinge die Erreger auf uns Menschen übertragen. In der Humanmedizin ist diese Erkrankung unter dem Namen Katzenkratzkrankheit bekannt. Flöhe sind aber auch für die Übertragung des Gurkenkernbandwurmes auf Hund und Katze verantwortlich, außerdem kann ein Flohbefall bei deinem Lieblingstier Allergien und Hautveränderungen auslösen, man spricht dann von der sogenannten Flohspeichelallergie-Dermatitis (FAD). Schütze dein Tier davor, lass dich von deinem Tierarzt beraten und sorge vor.

DER BESUCH BEIM TIERARZT -
HILFE VOM EXPERTEN

Kleine Parasiten – Großes Problem! Zecken und Flöhe sind ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für Hunde und Katzen. Nur ein langer, lückenloser Schutz kann den Lebenszyklus eines Flohs durchbrechen und deinen Liebling vor Infektionen durch Zecken bewahren. Sprich mit deinem Tierarzt über die Brisanz einer regelmäßigen Behandlung.

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