Lisa und Lotte

fiktive Heldengeschichte

Die Heimat

Seit etwa vier Jahren lebe ich mit meinem Mann im schönen Oberammergau und bin überglücklich, dass unsere Hündin Lotte von Anfang an alle Freiheiten genießen konnte, die es auf dem Land so gibt. Wir tollen wahnsinnig gerne gemeinsam über die frisch gemähten Wiesen und gönnen uns auch mal unter der Woche einen Ausflug mit der Gondel zu den Bergspitzen der Umgebung. Da Lotte nicht unsere erste Hündin ist, kannten wir bereits den Graus mit den Zecken in und auswendig: Immer auf der Hut und regelmäßig zum Tierarzt für einen ununterbrochenen Parasitenschutz. Darum haben wir uns auch nichts dabei gedacht, als wir mit unserer Fellnase einen Urlaub in Süditalien planten.

Die Reise

Letzter Check beim Tierarzt, Impf- und Heimtierausweis geschnappt und ab ging es auf die Reise. Trotz der Hitze (wir mussten immer wieder für Abkühlung sorgen) hatte Lotte drei Wochen wahnsinnig viel Spaß in Italien. Vor allem die vielen herzlichen Begrüßungen, der dort überwiegend auf der Straße lebenden Artgenossen, hatten es ihr angetan. Wir waren überrascht, wie zutraulich die halterlosen Tiere waren und brachten es fast nicht übers Herz, Lotte wieder von ihren neugewonnenen Spielgefährten zu trennen. Noch vor Ort kam es uns in den Sinn, zuhause einen weiteren Hund zu adoptieren.

Zurück Zuhause

Der Urlaub war zwar vorbei, aber wir hatten Pläne und das hielt unseren Enthusiasmus hoch. Lotte sollte sich ihren neuen Hundefreund selbst im Tierheim aussuchen – so unsere Vorstellung. Im Tierheim ging es gleich zur Sache, viele kleine und große Vierbeiner wollten Lotte beschnuppern und mit ihr spielen. Völlig unerwartet schien unsere Hundedame aber gar kein Interesse an einem neuen Gefährten zu haben – ganz im Gegenteil: Sie bekam einen geduckten Gang und schien ausgelaugt und desinteressiert. Was war passiert? Natürlich machten wir uns gleich große Sorgen, denn so kannten wir Lotte gar nicht.

Zeckenlarven und Nymphen sind schwer am Tier zu erkennen.

Nymphen haben bereits einmal den Wirt gewechselt und können daher bereits Überträger von Krankheiten sein.

In der Tierarztpraxis

Da unsere Tierärztin uns auch bei den Vorbereitungen zur Urlaubsreise nach Italien unterstützt hat, hatte sie gleich einen Verdacht. Nach einer intensiven Suche wurde sie schließlich auch fündig – eine unscheinbare Rötung am Rücken entpuppte sich als Zeckenstich. Die Ärztin diagnostizierte eine Infektion mit Babesia canis in Folge eines Zeckenbefalls. Wir waren geschockt – damit hatten wir nicht gerechnet. Hatten wir vergessen, Lotte ausgiebig nach Zecken abzusuchen? Verursacher war angeblich eine braune Hundezecke, die in südlichen Ländern weit verbreitet ist. Wir hoffen nur, dass die Zecke jetzt nicht in das schöne Oberammergau eingeschleppt wurde und es sich hier gut gehen lässt. Unsere Tierärztin hat uns nämlich erzählt, dass die braune Hundezecke immer mal wieder aus dem Urlaub mitgebracht wird.

Neue Zeckenarten werden eingeschleppt

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist in ganz Südeuropa verbreitet und wird oft aus Urlauben mitgebracht.

Die Neue

Inzwischen ist Lotte wieder gesund und wir sind unheimlich froh, dass uns unsere Tierärztin weiterhelfen konnte. Damals mussten wir erfahren, dass eine Ansteckung mit einer so genannten Babesiose sogar lebensbedrohlich verlaufen kann. Das Leben ist also viel zu kurz, um allein zu bleiben. Jetzt hat Lotte eine Freundin gefunden und nächste Woche holen wir sie aus dem Tierheim. Wir freuen uns schon darauf, wenn Lotte zusammen mit Goldy über die Wiesen tobt.