Larven und Puppen – wie werde ich die Biester los?

Flöhe sind klein und gemein – stechen und saugen Blut. Sie können Bakterien und Bandwürmer übertragen, und sie machen auch vor Menschen nicht halt. Darüber hinaus vermehren und verbreiten sich die lästigen Parasiten rasant: Schon 24-36 Stunden nach einer Blutmahlzeit legen die Weibchen bis zu 50 Eier. Nach wenigen Wochen hat es sich dann eine ganze Horde von Flöhen in der Wohnung gemütlich gemacht. Du kämpfst mit einem Flohbefall! Um diesem Debakel zu entgehen, solltest du tunlichst darauf achten, dass du einen Befall sofort entdeckst oder es gar nicht so weit kommen lässt. Achte prinzipiell immer beim Streicheln und bei der Fellpflege auf ungebetene Gäste im Fell, denn nicht immer fängt dein Lieblingstier an, sich sofort zu kratzen.

Woran erkennst du einen Flohbefall?

Bei geringem Befall kann es sein, dass der Hund oder die Katze die ungeladenen Quälgeister gar nicht erst bemerkt. Flöhe sind mit drei bis vier Millimeter Größe für das menschliche Auge gut zu erkennen. Ein feinzinkiger Kamm hilft ebenfalls, Parasiten im Fell zu entdecken. Kämme das Fell an mehreren Stellen, am besten gegen den Strich, und klopfe den Kamm anschließend auf weißem Küchen- oder Toilettenpapier aus. Sollten danach schwarze Punkte das Papier bedecken, feuchte es etwas an und zerreibe die Punkte. Färben sie sich rötlich oder rostbraun, handelt es sich dabei um Flohkot und unverdautes Blut.

Bei den reinlichen Katzen ist ein Schnelltest häufig schwieriger und mit etwas Geduld verbunden. Bereits der Nachweis von Flöhen/Flohkot direkt an der Katze kann durch das starke Putzverhalten schwierig sein. In diesem Fall können Flohlichtfallen helfen, einen Flohbefall zu erkennen. Ihre Lichtquelle ist an die von Flöhen präferierte Wellenlänge (grünes Licht) angepasst. Angelockte Flöhe bleiben auf den Klebeflächen der Geräte hängen und sind ein sichtbares Zeichen für einen Flohbefall. Zuletzt erkennst du einen Flohbefall leider oft am eigenen Körper, denn Hunde- und Katzenflöhe sind nicht wählerisch und stechen auch mal Herrchen und Frauchen.

Allergische Reaktion

Leider kommt es auch nicht selten vor, dass unsere Lieblinge gegen den Speichel von Flöhen allergisch reagieren (FAD). Entscheidend hierfür ist die Menge an Flohspeichel, die auf das Tier übertragen wird. Prinzipiell kann ein einzelner Flohstich keine Allergie auslösen. Aber ein Floh ist selten allein und sticht meist mehr als einmal zu. Besteht der Verdacht auf einen akuten Flohbefall, solltest du eine Tierarztpraxis aufsuchen und dein Lieblingstier untersuchen lassen. Nach der Analyse der Umgebung und der Gewohnheiten kann ein geeignetes Präparat zur lokalen Behandlung an deinem Haustier ausgewählt werden.

Wenn die Tiere kuscheln, wandert auch mal der Floh
Der Katzenfloh läuft gerne auch zum Hund über.

Wie kannst du die Plagegeister wieder loswerden?

Schon unsere Sprache gibt einige Hinweise darauf, dass ein Zusammentreffen mit Flöhen einer besonderen Herausforderung gleichkommt. Wir sprechen davon, einen Sack Flöhe zu hüten, wenn wir eine schwierige Aufgabe beschreiben oder zitieren den Flohzirkus, wenn eine Situation aus dem Ruder zu laufen droht. Die größte Herausforderung besteht aber darin, die Blutsauger wieder loszuwerden und das vor allem auf Dauer. Denn meist sind die 5 % der Flohpopulation auf unserem Lieblingstier nicht die schwierigste Aufgabe. 95 % ihrer Art befinden sich in Form von Larven, Eiern oder Puppen in der Umgebung und warten nur darauf, einen Neustart zu wagen.

Ein wirkungsvolles Flohpräparat alleine reicht daher nicht aus, um unseren Schützling von quälenden Flöhen zu befreien. Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln, staubsaugen, wischen und waschen. Mehrere Gründe sprechen für ein gründliches Staubsaugen, auch wenn sich der Blutsauger davon nicht gänzlich vertreiben lässt. Neben dem Entfernen von einem Großteil der Eier, Larven und Puppen, verhindert das Saugen auch, dass liegengebliebener Flohkot wieder als Nahrungsquelle für Larven dient. Zudem werden schlupfreife Flöhe dazu animiert, ihren Kokon zu verlassen und können so aufgesaugt werden. Doch mit dem Saugen ist es nicht getan. Damit sich die in den Frühphasen befindenden Blutsauger im Beutel nicht weiter entwickeln können, sollte er im Anschluss sofort entsorgt werden. Es empfiehlt sich dabei den Staubsaugerbeutel in einer Plastiktüte zu verstauen um ein Entkommen der Tiere gänzlich zu vermeiden. Auch beutelfreie Staubsauger sind geeignet, müssen aber im Anschluss gründlich gereinigt werden.

Jetzt muss der Wischmop ran

Auch durch Wischen kann ein Großteil der Flöhe in den verschiedensten Entwicklungsstadien entfernt werden. Teppiche und Polstermöbel sind dagegen etwas heikel. Eine effektive Reinigungsmethode ist das Dampfstrahlen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass der Strahler kontinuierlich mit hoher Temperatur arbeitet, sonst könnte sich die Arbeit durch die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit als kontraproduktiv herausstellen.

Alles was in die Waschmaschine passt und mindestens 60° übersteht – Bezüge, Decken, Kleidung – kannst du ganz leicht bei hohen Temperaturen im Waschgang von den Plagegeistern befreien. Empfindlichere und waschmaschinenungeeignete Textilien – Kissen, Kuscheltiere – landen kurzerhand im Gefrierschrank. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du die Stoffstücke mindestens über Nacht im Tiefkühlfach lassen.

Flohlarven und Flohpuppen nisten sich gerne innen an jenen Plätzen ein, wo Haustiere sehr viel Zeit verbringen
95 % der Flöhe leben bei dir Zuhause
  • Flohlarven und Flohpuppen
    nisten sich gerne innen an jenen Plätzen ein, wo Haustiere sehr viel Zeit verbringen,
    wie z. B. in Teppichen, Bettwäsche, Polstern und auf bevorzugten Liegeflächen.
  • Aussen bevorzugen Flohlarven und Flohpuppen das feuchte Erdreich, schattige Plätze, Sträucher, aber auch Windfänge oder die Fugen angelegter Steinwege.
  • Floheier finden sich
    in Teppichen, Bettwäsche, in Dielenbrettern
    und erdigem Boden.

Letzter Ausweg: Insektizide

Lässt sich die Flohpopulation in der Umgebung trotz Flohpräparat fürs Haustier und gründlichem Hausputz nicht eindämmen, ist eine chemische Umgebungsbehandlung mit Insektiziden unerlässlich. Hierfür gibt es Sprays oder Vernebler (Fogger). Sprays sind vorwiegend für die Behandlung von Gegenständen – Körbchen, Transportbox, Fußmatten etc. – gedacht. Zudem kannst du damit schwer zugängliche Bereiche, wie Fußleisten, Bodenritzen, Autositze u.ä. abdecken. Fogger sind hingegen für eine großflächige Anwendung (allerdings nur in geschlossenen Räumen) konzipiert. Die chemischen Präparate enthalten entweder adultizide Wirkstoffe, wie Pyrethrumextrakte, oder synthetische Pyrethroide, die bei Kontakt die erwachsenen Flöhe abtöten. Oder sie hemmen mit Insektenwachstumsregulatoren (IGRs) die Entwicklung der unreifen Flohstadien.

Aber bedenke: Die chemische Behandlung der Umgebung verspricht nur dann Erfolg, wenn alle flohbefallenen Räume und Aufenthaltsorte des Tieres auch mechanisch gründlich gereinigt werden. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass Flohpuppen durch Insektizide nicht erfasst werden und weiter entwicklungsfähig bleiben. Bei stärkerem Befall können Flöhe trotz chemischer Umgebungsbehandlung noch 2 bis 4 Wochen lang auftreten, da sie aus den resistenten Puppen schlüpfen. Dieser Zeitraum verlängert sich bei verzögerter Flohentwicklung, z. B. in kühlen Räumen. Gib also nicht zu früh auf. Für eine effektive Flohbekämpfung sollte das Tier mindestens drei Monate lang mit einem geeigneten Flohpräparat behandelt werden. Es ist wichtig auch die Umgebung über diesen Zeitraum in die Bekämpfung mit einzubeziehen.

Flohbekämpfung im Außenbereich

Fauler Schmuser oder Torpedo auf vier Pfoten? Die meisten Haustiere halten sich nicht nur drinnen auf. Deshalb darf auch der Außenbereich bei der Flohbekämpfung nicht vernachlässigt werden. Generell gilt: Kühle, schattige, leicht feuchte Erde – beispielsweise unter Büschen, Sträuchern oder erhöhten Terrassen – ist ideal für eine erfolgreiche Flohentwicklung. Deshalb solltest du bei einem Flohbefall organisches Material, wie Laub- oder Kompostlager, entfernen. Bei idealen Umweltbedingungen (25 – 30 °C und relative Luftfeuchte > 50 %) dauert der Flohzyklus ca. 3 bis 4 Wochen, bei kühlen Temperaturen mehrere Monate. Bleibe tapfer und beende auch die Flohbekämpfung im Außenbereich nicht zu schnell. Chemische Präparate für eine Flohbekämpfung im Garten sind derzeit nicht zugelassen.

Was tun, wenn der ungebetene Gast nicht mehr gehen will?

Wir sind alle nur Menschen und Flohbekämpfung ist ein wahres Martyrium. Gebe nicht auf und checke hier, ob du bei einem dieser Punkte nachlässig warst:

  • fehlerhaftes Anwenden des Flohproduktes
  • Einsatz von Produkten, die nicht zur Flohkontrolle geprüft wurden
  • zu lange Pausen zwischen den Behandlungen
  • Baden oder Shampoonieren deines Lieblingstiers kurz nach dem Auftragen eines Flohproduktes
  • Halbherzige Reinigungsmaßnahmen
  • unberücksichtigte betroffene Bereiche, z. B. das Auto oder Wochenendhaus
  • nicht identifizierte Flohquellen, z. B. Kontakttiere, Wildtiere, Stallungen etc.
  • Einschleppen durch Besuchertiere, z. B. durch die Katzenklappe