Hund stubenrein bekommen

Ein Welpe ist eingezogen und eine spannende Zeit beginnt. Neben einigen Besorgungen und Erledigungen schwebt ein leidiges Thema wie ein Damokles-Schwert über den Köpfen der frischgebackenen Hundeadoptiveltern: Wie bekomme ich meinen Hund stubenrein? Dabei ist es gar nicht so schwer, einem Welpen zu vermitteln, dass die Notdurft nicht in geschlossenen Räumen verrichtet wird. Im Normalfall braucht der kleine Vierbeiner nur wenige Tage, bis er die Regel verinnerlicht hat. Sei ihm aber nicht böse, wenn ihm trotz Erziehung hin und wieder ein Malheur passiert. Viele Welpen können erst im Alter von 4 bis 7 Monaten ihre Blase vollständig kontrollieren. Da geht bei Aufregung schon einmal etwas daneben.

Wer bereits ein Hundewelpe bei sich aufgenommen hat, kennt vermutlich die klassische Situation: Der Welpe wird in seine neue Umgebung entlassen, schnuppert wie von Sinnen an allen Ecken und Kanten des neuen Heims, wedelt fröhlich mit dem Schwanz und pinkelt dann unverhofft vor Aufregung auf den schönen neuen Teppich.

Was hat der Hund beim Züchter gelernt?

Im Normalfall hat der Züchter mit deinem Welpen bereits trainiert, seine Notdurft nach draußen zu verlegen. Aber erkundige dich lieber im Vorfeld, wie der Züchter mit der Thematik umgeht. Ein Hundezüchter, der sich dem Geschäft seiner Vierbeiner annimmt, erleichtert dir später die Erziehung ungemein. Gewöhnt sich der Welpe nämlich erstmal daran, dass es in Ordnung ist, sich auf dem Wohnzimmerboden zu erleichtern, wird es später schwer, ihn vom Gegenteil zu überzeugen.

Aber auch wenn dir der Züchter die erste Hürde abgenommen hat, bleiben immer noch ein paar „Unfälle“ dir vorbehalten.

Aller Anfang ist schwer
Wenn einmal ein Malheur passiert …

Wie wird mein Hund stubenrein?

Es ist anfangs nur schwer zu erkennen, ob der Hund oder der frischgebackene Hundebesitzer aufgeregter ist. Alles ist neu und so ein kleiner Wirbelwind in der Bude sorgt für ausreichend Abwechslung. Das Thema Stubenreinheit geht dabei in der Anschaffung häufig verloren. Die Wohnung ist zwar hundesicher eingerichtet, aber der brandneue Parkettboden nicht vor Urin gefeit. Ein kompletter Boden-Schutz vor der Notdurft der Kleinen ist sowieso kaum umzusetzen. Jedoch könnte ein ausrangierter Teppich vor dem Schlafgemach des Welpen erste Malheure abfangen.

Sobald ein Unglück geschehen ist, solltest du deinem neuen Schützling konsequent aber nicht streng mitteilen, dass das nicht in Ordnung ist. Wichtig ist, dass du ihm sofort im Anschluss eine Alternative für die Zukunft anbietest. Ein Katzenklo oder der Balkon sind dabei kontraproduktiv, da dadurch eine Umerziehung noch länger dauert. Bringe deine Fellnase nach dem Ungeschick vor die Tür und setze ihn an eine Stelle, an der sie auch zukünftig ihr Geschäft verrichten darf. Dein Welpe kann die Assoziation zwischen Toilettengang und dem Plätzchen außerhalb der vier Wände leichter begreifen, wenn du ihn immer an die gleiche Stelle setzt. Für deinen kleinen Racker ist dieser Lernprozess eine große Umstellung. Aber auch du musst in dieser Phase an dir arbeiten. Dein Training heißt: „Wie zeigt mir mein Hund, dass er raus muss?“.

Ich muss mal eben
Der Gang vor die Tür ist ein Lernprozess

Wie zeigt mir mein Hund, dass er raus muss?

Vermutlich wirst du am Anfang immer wieder mal auf einen Fehlalarm hereinfallen. Trotzdem ist es wichtig, dass du konsequent bleibst und die Zeichen deines Lieblingstiers richtig zu deuten lernst. Da der Verdauungstrakt deines neuen vierbeinigen Freundes einer gewissen Regelmäßigkeit folgt, solltest du in untrüglichen Situationen deinen Welpen auf jeden Fall ins Freie bringen. Wichtig ist vor allem der Gang vor die Tür, sobald er aufwacht.

Ganz klar, er kündigt das nicht lautstark an und auch hier ist deine Beobachtungsgabe gefragt. Bleibe geduldig und rechne damit, dass es dich vermutlich einige Stunden Schlaf kosten wird. Nur wenige Welpen schlafen 7 Stunden am Stück. Höchstwahrscheinlich darfst du also eine Nachtpause einlegen und mit deiner neuen Fellnase vor die Tür. Du kannst diese wehe Unterbrechung deines Schlafs einfacher gestalten, wenn du bereits am Vortag alles vorbereitest: Kotbeutel, Regenschutz, Haustürschlüssel, Leckerlies und eventuell Geschirr und Leine.

Aber nicht nur nach Ruhezeiten, sondern auch nach Aktivitäten kann sich eine Toiletten-Phase anbahnen – zum Beispiel nach dem Fressen oder einer ausgiebigen Spielrunde. Ein weiteres Indiz für ein dringendes Bedürfnis zeigt sich, wenn er aufgeregt wirkt und es so scheint, als würde er etwas suchen. Dabei schnüffelt dein Welpe meist am Boden und läuft desorientiert von einem Punkt zum nächsten. Manchmal kannst du ihn auch kurz vor seinem „in flagranti“-Unglück erwischen. Jetzt heißt es schnell handeln. Der Hund setzt sich auf die Hinterläufe, wackelt mit dem Popo und setzt an sich zu erlösen. Wenn du ihn rechtzeitig packst, schaffst du es vielleicht noch vor die Tür mit ihm.

Hat er schon begriffen, dass er seine Notdurft eigentlich nicht im Wohnraum erledigen darf, deutet ein Kratzen an der Tür und eventuell leises Winseln darauf hin, dass du mit ihm nach draußen gehen sollst. Neben dem aufmerksamen Beobachten wird häufig empfohlen, den kleinen Wonnebrocken alle 1,5 bis 2 Stunden ins Freie zu begleiten. Dabei kannst du ein Gefühl entwickeln, wie oft dein Hundebaby tatsächlich muss. Sobald du die Abstände kennst und abschätzen kannst, dass er auch länger durchhält, kannst du die Spaziergänge nach draußen etwas minimieren, bzw. die zeitlichen Abstände verlängern.