Das Cushing-Syndrom beim Hund

Bei Hunden gibt es – wie bei vielen anderen Lebewesen – Krankheiten, die eher in jungen Jahren auftreten. Beispiele hierfür sind die Giardiose und die Infizierung mit dem lebensgefährlichen Parovirus. Natürlich gibt es im Umkehrschluss auch Erkrankungen, die hauptsächlich Senioren-Hunde plagen. Das Cushing-Syndrom (Morbus Cushing) ist eine davon. In diesem Artikel erfährst du neben den Ursachen und Symptomen auch die Möglichkeiten zur Behandlung. Die Krankheit wurde erstmals im Jahr 1910 von dem Neurochirurgen Harvey William Cushing aus den USA beschrieben. Sie tritt bei Hunden und auch bei Menschen auf.

Ursachen und Symptome des Cushing-Syndroms
Senior-Hundekrankheit Cushing-Syndrom

Ursachen des Cushing-Syndroms

Beim Cushing-Syndrom handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Verursacher ist ein Überangebot von Glukokortikoiden wie beispielsweise Kortisol. Bei circa 85 % der Erkrankungen liegt der Auslöser im Kopf des Hundes: Ein Tumor der Hirnanhangdrüse. Tumore können Hormongewebe „nachahmen“ und dabei zu einer Überproduktion verschiedener Hormone im Hypothalamus oder in der Hypophyse führen. Diese so genannten Adenome schütten zu viel vom Hormon „ACTH“ aus, was die Kortisolproduktion ankurbelt. Auch ein Nebennieren-Tumor, der ebenfalls die Kortisolproduktion stimuliert, kann ein Grund für das Cushing-Syndrom sein. Neben den bereits erwähnten endogenen Ursachen, kann auch eine exogene Ursache zur Entstehung der Krankheit beitragen: Bei Allergien oder starken Entzündungen wird nicht selten Cortison verabreicht. Falls Cortison über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, kann das eine Erkrankung am Cushing-Syndrom begünstigen

Symptome

Du fragst dich bestimmt, wie du diese Krankheit bei deinem Lieblingstier erkennen kannst. Das ist leider gar nicht so einfach, denn viele Symptome können unter Umständen auch auf andere Krankheitsbilder hinweisen oder der Besitzer deutet sie als normale Alterserscheinung. Ähnlich wie bei Diabetes mellitus oder schweren Nierenschäden trinken betroffene Hunde sehr viel und müssen dementsprechend auch oft Wasser lassen. Der medizinische Begriff hierfür lautet Polydipsie oder Polyurie. Außerdem wird häufig von Energie- und Antriebslosigkeit, Haarausfall, Muskelschwund und dünnem Fell berichtet. Auch eine stark gesteigerte Fresslust, vermehrtes Hecheln und Lethargie können Anzeichen für das Cushing-Syndrom sein. Wir empfehlen dir, wenn dein Hund eine oder mehrere dieser Symptome aufweist, auf jeden Fall den Tierarzt deines Vertrauens aufzusuchen. Er kann die Kortisolkonzentration im Blut untersuchen, die Aufschluss auf eine mögliche Erkrankung gibt.

Eine Blutuntersuchung bringt Klarheit
Häufig ist ein Tumor ursächlich verantwortlich

Behandlung

Wie bereits erwähnt, kommt Morbus Cushing hauptsächlich bei älteren Vierbeinern vor. Die Art der Behandlung hängt von den Ursachen der Erkrankung ab. Leidet dein Lieblingstier an einem Tumor in der Hirnanhangdrüse, wird in den meisten Fällen von einer Operation abgeraten. Der Grund ist die enorme Komplexität, das hohe Risiko und die äußerst lange Genesungszeit bei Eingriffen dieser Art. Glücklicherweise gibt es für solche Fälle Medikamente, die die Ausschüttung des Kortisols normalisieren. Um die perfekte Dosis zu finden, solltest du in regelmäßigen Abständen zum Tierarzt, um Blut abnehmen zu lassen.

Falls die Ursache ein Tumor in der Nebenniere ist, kann dieser meist vergleichsweise problemlos operativ entfernt werden. Nach dem Eingriff sollte sich die Kortisolproduktion nach und nach wieder normalisieren und die Symptome sollten deutlich zurückgehen. Vierbeiner, die wegen medikamentöser Behandlung mit Cortison erkrankt sind, können in der Regel in langsamen Schritten von diesem Medikament entwöhnt werden. Gehe diesen Schritt aber auf keinen Fall ohne Absprache mit dem Tierarzt deines Vertrauens. Bei zu schneller oder falscher Entwöhnung besteht ernsthafte Gefahr für deine Fellnase.